Friday, October 12, 2018

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Ignaz Ferdinand Arnold; dessen Vornamen gelegentlich auch mit Theodor Ferdinand Kajetan angegeben werden; wurde am 4. April 1774 in Erfurt als Sohn eines kurfürstlichen Oberkámmerers und Organisten geboren. Nach dem Besuch des katholischen Gymnasiums absolvierte er in Erfurt das Studium der Rechtswissenschaften und Philosophie. Er erwarb mehrere akademische Grade (Magister artium; Dr. iur. et.phil) und arbeitete danach als Rechtanwalt; Universitátssekretár; Organist (Aufführung von über 90 Messen) und Musiklehrer. Als Privatdozent hielt er Vorlesungen über Musik und Kunst; über Galls System des Gehirn- und Schádelbaus; über Erfahrungsseelenkunde; Politik und Á„sthetik. Er heiratete 1800 Anna Maria Seehuber. Aus dieser Ehe gingen zwei Kinder hervor. Kurz nach der Heirat hatte er einen Nervenzusammenbruch und wurde ins Irrenhaus eingeliefert. Daraus entlassen nahm er seine Vorlesungen wieder auf und warf sich auf das Schreiben populárer Romane. Arnold ist nicht nur wegen seiner musikalischen Begabung mehrfach mit E.T.A. Hoffmann verglichen worden. Er starb am 13. Oktober 1812. Nach dem amtlichen Bericht soll er 'im eigentlichen Sinn verhungert sein.' Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten. Meine Abkunft. Früher Hang zum Diebstahl Ich würde von meinen Eltern kein Wort sagen; weil diese Erwáhnung ihre Asche schándet. Aber ihre Erziehung; was ich bei und von ihnen sah und hörte; machte mich zu jenem Ungeheuer; wie es nun am Rande der Vernichtung steht. Ich hátte unter andern Auspizien mich zu höheren Würden; welche Gewandtheit und Tapferkeit erfordern; geeignet; aber so bin ich nur ein gemeiner Dieb; ein Mörder; ein verwahrlostes Genie; das dem Strange entgegenreist. Ich bin am Neckarstrome geboren. Mein Vater war Glöckner und hatte meine Mutter geheiratet; weil irgendein wohlhabender Bürger; der sie als seine Köchin geschwángert; ihm ein Stück Geld gegeben; sie zu ehelichen. Er war ein schlechter Kerl; von niemand geachtet; und ließ sich zu allem brauchen. Hatte jemand ein uneheliches Kind erzeugt; so ließ mein Vater; gegen einen Laubthaler Douceur; seinen Namen als Vater ins Kirchenbuch eintragen. Sollte jemand ausgeprügelt werden; so war mein Vater zu haben. Wünschten Wollüstlinge Dirnen zur Befriedigung ihrer Lüste; so führte sie mein Vater ihnen zu. In den Gasthöfen war er bestándig. Unter dem Namen der Scheele Veitel war er überall berüchtigt; machte den Diebshehler; Lohnlakaien; Kuppler und – was man wollte. Meine Mutter hatte von Kindesbeinen an gestohlen und war eines Strumpfwirkers Tochter aus dem ritterschaftlichen Stádtchen Tann im hohen Rhöngebirge. Schon als Kind hatte sie angefangen; ihren Eltern; Nachbarn und Freunden zu entwenden; und weder Schláge noch Ermahnungen vermochten jenen unseligen Hang zu unterdrücken; der mit dem reiferen Alter wuchs. Ihr Vater bezog die Márkte; und hier übte sie sich in Bestehlung aller anderen Krámer; verkaufte; tauschte und praktizierte bald dieses bald jenes. Ihre körperlichen Reize überließ sie jedem für Geld; und feierte; wie sie mir einmal selbst erzáhlte; im zwölften Jahre schon das Ende ihrer Jungfrauschaft. Mehr als einmal wurde sie über ihren Diebereien auf den Márkten erwischt und beschimpft; geprügelt. Ihr Vater wurde vor der Zeit grau; da er alle Mittel zu ihrer Besserung fruchtlos fand. Sie wurde schwanger und konnte keinen bestimmten Vater angeben. Das war die größte Schande; die ihr Vater an ihr erleben konnte. In der ersten Wut stieß er sie aus dem Hause und überließ sie ihrem Schicksal. Sie trieb sich hierauf mit einem Kerl; der mit meerschaumenen Pfeifenköpfen handelte und zu einer Diebesbande gehörte; im Lande herum; der sie endlich verließ und einem seiner Kameraden abtrat. Mit diesem ging sie einige Monate; bis sie mit ihm über einen Diebstahl ertappt und eingezogen wurde. Da ihre Entbindung sehr nahe war; wurde sie in einem Accouchirhospital auf öffentliche Unkosten verpflegt; bis ihr Wochenbett vorüber war. Es wurde ihr und ihrem Manne der Prozeß gemacht und beide mit Staupenschlag des Landes verwiesen. Sie trennt sich von ihrem Mann und bettelte auf ihr Kind. Allein dieses; so wie die elende Lebensart; wurden ihr bald lástig. Sie bettelte sich nach Mannheim; brachte das Kind ins Findelhaus und nahm bei einem Bürger als Amme Dienste. Der Hang zum Diebstahl fand hier frische Nahrung. Bald wurde sie ertappt und aus dem Dienst gejagt. So ging es ihr bei noch einigen Herrschaften. Bald war sie so verrufen; daß sie nirgends mehr Dienste erhielt und sich der öffentlichen Wollust widmete. Anfangs war sie in Háusern; von Standespersonen besucht. Eine ansteckende Krankheit entfernte sie aus diesen. Sie sank allgemach tiefer und tiefer und kam endlich in die Branntweinskneipe eines verrufenen Kupplers; wo gemeine Soldaten; Lasttráger und Lohnkutscher der niedrigsten Wollust frönten. Sie beredete hier einen Soldaten zur Desertion; der mit ihr auch glücklich durchkam und sich auf einen Edelhofe als Knecht in Dienste begab. Schlechte Streiche vertrieben sie auch bald wieder von diesem Aufenthalt. Einige Zeit zogen sie in Verbindung mit schlechtem Gesindel im Lande umher; sie hángte sich an andere Kerle. Ihr Liebhaber verließ sie. Er ließ sich bei einem kaiserlichen Werber engagieren. Sie wurde mit ihrem Diebsgesindel eingezogen; erhielt abermals den Staupenschlag und bettelte sich nach Hessenkassel. Dort trieb sie das Gewerbe als öffentliche Hure; wurde aber bald von der Polizei aufgehoben und auf zwei Monate ins Zuchthaus gebracht. Nach Verlauf dieser Zeit kehrte sie nach Heilbronn als Bettlerin zurück. Bei einer Mágdemieterin hielt sie sich auf. Diese kaufte ihr Kleider aus dem Trödel und versprach Sorge zu tragen; daß sie bald in Dienste komme. Wáhrend dieser Zeit nahm sie Besuche von liederlichen Mánnern; Bedienten und dergleichen an; denn die Mágdevermieterin; welche unter den Dienstboten der Stadt einen großen Anhang hatte; machte auch die Kupplerin und unterhielt nebenbei ein ganz artiges Bordellchen. Auch mit Ehemánnern und Frauen trieb sie ihre Kuppelwirtschaft. Sie hatte als Mágdemieterin in allen Háusern Zutritt; dieses erleichterte ihr das Gaunergescháft sehr. Sie gab Mágden; die keinen Dienst hatten; solange bis sich Gelegenheit fand; Kost und Wohnung in ihrem Hause; dafür mußten sie das schándliche Gewerbe der Wollust treiben; und ihr den Gewinn überlassen. Bekamen sie dann eine Herrschaft; so wurde mit der Frau Mutter abgerechnet. Es konnte nicht fehlen; mit all ihrem Wollustverdienst mußten die armseligen Geschöpfe der Niedertráchtigen verschuldet bleiben. Also der Leihkauf wurde an die Kupplerin abgegeben. Sonntags und wenn sie vom Dienste abkommen konnten; mußten sie zu ihr kommen; zu verdienen suchen – und zustecken; was sie ihrer Herrschaft stehlen konnten. Dabei befand sich das Weib vortrefflich; denn auch die Mánner; die Genuß suchten; die Weiber; die sie zu ihrer Vertrauten machten; mußten opfern; und bei ihr war Ìberfluß. Meine Mutter war groß und schlank; von gutem Ansehn; und überhaupt zum Genuß der Wollust vortrefflich gebaut...

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